Gartenfreunde und Lebensfreunde

Dieser Artikel ist erschienen in den Spirituellen Geschichten.

 

Stefanie und ich waren auf einem geselligen Zusammentreffen von Gartenliebhabern eingeladen. Eine bekannte Garten- und Pflanzenfotografin und Autorin zahlreicher Bücher und Kalender, hatte einen wunderschönen Veranstaltungsort bei Düsseldorf ausgewählt. Menschen aus allen Gegenden des Landes waren gekommen, um sich zu begegnen und sich über die verschiedensten Themen der Gartengestaltung und -pflege auszutauschen. Es ging dabei sowohl um private Hausgärten, als auch um Gärten von Stiftungen, um öffentliche Parks und Schaugärten. Anwesend waren neben den Gartenbesitzern auch Fotografen, Autoren, Redakteure und Verlagsinhaber der vielfältigen Publikationen, die sich mit Themen rund um Pflanzen und Garten beschäftigen.

Obwohl wir keinen schulmäßig gepflegten Garten hatten, unterhielten wir uns gut mit unseren Tischnachbarn und erfuhren einiges über die Möglichkeiten und Besonderheiten der Gartengestaltung an verschiedenen Standorten. Sicherlich wäre auch in der sehr sonnigen, warmen und trockenen Lage der Deutschen Weinstraße, am Osthang des Pfälzer Waldes, also im Grundstück hinter unserem Haus, eine beachtenswerte Gartenanlage möglich. Der Nachmittag war jedoch leider zu kurz, um aus den anwesenden Experten den Fachmann für trockene Hanglagen herauszufinden und uns beraten zu lassen.

Es war sehr interessant, welche komplexen fachmännischen Kenntnisse bei den Garten- und Pflanzenkennern vorhanden sind. Da werden sämtliche Wachstumsanforderungen der einzelnen Pflanzen mit der Bodenqualität, der Sonneneinstrahlung, der Windrichtung, der Bewässerung und dem Pflegeaufwand abgewogen. Der richtige Zeitpunkt des Auspflanzens, Gießens, Düngens, Schneidens und Vermehrens wird beachtet. Nicht vergessen werden darf die herzliche Zuwendung zu den Pflanzen, das bewusste Wahrnehmen, wie es ihnen geht und was sie benötigen, um sich wohl zu fühlen. Das haben diese Pflanzenliebhaber sozusagen im Blut und es kommt nicht von ungefähr das heraus, was der staunende Betrachter an Vielfalt, Wachstumspracht und Farbenspiel zu sehen bekommt.

Zu Stefanies Tätigkeit als Lebensberaterin zeigten sich sehr viele Parallelen. Auch in ihrer Arbeit geht es um das sorgsame Beachten der Lebensbedingungen, um das Gestalten des Lebensumfeldes, um das bewusste Wahrnehmen der Erfordernisse für ein gutes Gedeihen und für ein glückliches Dasein. Bei ihr sind es nicht die Pflanzen, sondern die Menschen, das ist der einzige Unterschied.

Es ist bei allen Lebewesen dasselbe, die Wachstumsbedingungen müssen stimmen, damit das Ergebnis schön, kräftig, vielfältig, farbenfroh und wohlschmeckend ist. So wie man einer Pflanze ansieht ob es ihr gut geht oder nicht, sieht man es auch einem Menschen an. Wie die Früchte einer gelungenen Pflanzenpflege schön, groß und saftig sind, können auch die Ergebnisse eines gelungenen menschlichen Lebens und Wirkens schön und erfolgreich sein, in Form eines gesunden Körpers, einer guten Finanzlage und eines hohen Ansehens in der Gesellschaft.

Wie der Fachmann eine kümmerliche Pflanze nach und nach zu einem prächtigen Exemplar entwickeln kann, ist das auch beim Menschen möglich. Es ist dafür nie zu früh und selten zu spät. 

Was ist daran schwierig zu verstehen?

An einem anderen Ort und geraume Zeit später lernten wir die Herausgeberin einer Zeitschrift für Gartengestaltungen kennen. Wir kamen mit ihr ins Gespräch und sie erzählte viel über die richtigen Wachstumsbedingungen, den Umgang mit Boden, Wasser und Dünger, die Liebe zu den Pflanzen. Schließlich fragte sie, was wir denn machten. Da erzählten wir, dass wir uns um Menschen kümmern, ihnen den richtigen Umgang mit ihren Talenten und Möglichkeiten zeigen und ihnen die Liebe zu ihrem eigenen Leben vermitteln. Das sei Esoterik sagte sie, davon könne sie ihre Leser nicht überzeugen.

Schade eigentlich. Denn wenn der leidenschaftliche Blumenfreund erkennen würde, dass seine Frau und seine Tochter auch einen Teil seiner Liebe und Fürsorge benötigen, dann würden diese ebenfalls aufblühen und das Zusammenleben wäre schöner. 

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