Würde

Würde ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Sie ist deshalb so wichtig, weil sie uns Menschen und der Gesellschaft, in der wir leben, so unwichtig geworden ist. Und das, obwohl die Würde so viel mehr ist als ein Artikel im Grundgesetz. Würde ist unser Innerstes. Unser Gespür für uns selbst, unsere Wertschätzung für uns und unsere Umwelt, und sie ist ein Schutz, der uns ein achtsames Leben ermöglicht.

Würde ist aber vor allem eins: Sie ist in jedem von uns. Jeder Mensch hat sie, die Würde. Die Würde ist ein tiefes, intensives Gefühl, eine Herzenssache sozusagen. Sie ist ein innerer Schutzraum, in dem wir ganz wir selbst sind. Würde gibt Halt im Leben. Sie ist das, was uns dazu bringt, liebe- und respektvoll mit unseren Mitmenschen umzugehen.

Sie ist das, was uns davon abhält, auf einen Menschen einzutreten, der am Boden liegt. Sie ist das, was uns dazu bringt, Alte respektvoll zu pflegen, Kinder verantwortungsbewusst großzuziehen und sie ist das, was uns die Wertschätzung für uns selbst lehrt. Wer seine Würde kennt, weiß was ihm gut tut, weiß, wie er behandelt werden will und kann so auch bewusst und würdevoll nach außen gehen.

Denn Würde fühlen, bedeutet auch, würdevoll zu handeln.

Weil Würde kein intellektuelles und auch kein materielles Konstrukt ist, ist sie für den modernen Menschen so schwierig zu begreifen. Denn Würde ist etwas, das jeder nur in sich selbst fühlen kann, oder eben leider auch nicht mehr!

Denn in unserer intellektuell betonten Kultur ist die Bedeutung der Würde ins Hintertreffen geraten.

Schauen wir auf die Ereignisse der Welt – und das ermöglichen uns die Medien heute schneller, näher, bunter, aktueller, schrecklicher denn je – so kann es uns nur erschüttern.

Mord, Missbrauch, Vergewaltigung, Kampf und Lügen. Wir Menschen sind grundsätzlich soziale Wesen und von unserem Ursprung her hilfsbereit und liebevoll. Doch unsere mediale Welt, in der wir zwar ständig mittendrin und trotzdem nicht dabei sind, macht uns zu Zuschauern des Lebens. Wir sehen das Leid, können aber nicht helfen. Wir hören von schlimmen Ereignissen, können aber nicht handeln. Das ist gegen unsere eigentliche Natur. Wir werden zur Ohnmacht gezwungen und nehmen diese erzwungene Passivität in unser „richtiges“ Leben. Wir lassen auch hier geschehen, schauen zu, weg und halten aus. Dieser Zustand zerstört mehr und mehr unsere Würde.

Da ist Veränderung angesagt. Wir sollten uns um das zarte Pflänzchen Würde bemühen, um der Welt wieder eine menschenwürdige Gestalt zu geben.

Dabei kann jeder nur bei sich selbst anfangen, etwas an diesem Zustand der Würdelosigkeit zu verändern, um so die Welt positiv mitzugestalten.

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